Austausch mit Landesrat

13.10.2026

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Wie werden politische Entscheidungen eigentlich getroffen? Was bedeutet die angespannte finanzielle Situation für junge Menschen? Und was braucht es, damit der Start ins selbstständige Leben gut gelingt?

Beim Austausch mit unserem Landesrat für Kinder- und Jugendschutz Martin Winkler trafen Jugendliche und junge Erwachsene in der WG Camino auf jemanden, der politische Entscheidungen nicht nur erklärt, sondern selbst mitgestaltet. In entspannter Atmosphäre und bei leckerem Essen wurde diskutiert, gefragt und auch gelacht. Das Wissen der Teilnehmer:innen über politische Abläufe, die Geschichte des Landes und verschiedene Regierungsformen hat Martin dabei sichtlich beeindruckt.

Fun-Fact einer Teilnehmerin: Martin Winkler und unser Bundespräsident haben dasselbe studiert. Die Frage, wer Volkswirtschaftslehre besser anwendet, konnte an diesem Nachmittag allerdings noch nicht abschließend geklärt werden 😉.

Moverz im politischen Dialog

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Nach einem Kennenlernspiel ging es schnell um die Fragen, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen tatsächlich beschäftigen: Wer entscheidet eigentlich was? Warum werden bestimmte Entscheidungen getroffen? Und was bedeuten sie für das eigene Leben?

Dabei wurde deutlich: Junge Menschen wollen nicht nur wissen, was entschieden wird. Sie wollen verstehen, warum etwas passiert – und ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einbringen.

Das zeigte sich auch an der Frage, warum es in Österreich in den einzelnen Bundesländern teilweise unterschiedliche gesetzliche Regelungen gibt, beispielsweise in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Jugendlichen brachten ein, welche Hürden dadurch entstehen können, wenn junge Menschen in ein anderes Bundesland ziehen oder dort leben möchten. Martin Winkler erläuterte die historischen Hintergründe, warum die Bundesländer bei der Gesetzgebung viel Mitsprache und Eigenständigkeit haben.

 

Politische Entscheidungen werden konkret, wenn sie das eigene Leben betreffen.

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Ein gutes Beispiel dafür, wie politische Zuständigkeiten ganz konkrete Auswirkungen auf das Leben junger Menschen haben, ist die Mobilität. Bereits beim letzten Austausch hatten die Jugendlichen das Jugendticket Netz für junge Menschen in AMS-Maßnahmen zum Thema gemacht. Martin Winkler nahm das Anliegen auf und brachte dazu einen Antrag im Landtag ein. Der Antrag wurde aus Budgetgründen abgelehnt.

Der erste Versuch ist damit gescheitert – das Anliegen aber nicht. Gemeinsam wollen wir weiter nach Möglichkeiten suchen und mit aktuellen Zahlen belegen, warum Mobilität für junge Menschen so wichtig ist.

Denn Mobilität bedeutet mehr als von A nach B zu kommen: Sie ermöglicht soziale Kontakte, Wege zu Familie und Freund:innen, Ausbildung und Arbeit und damit ganz wesentlich: gesellschaftliche Teilhabe.

Mobilität bedeutet Teilhabe

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Politische Beteiligung ist aber nicht erst im Landtag relevant. Sie beginnt im Alltag – klarerweise auch in sozialpädagogischen Lebensräumen.

Ob beim Essensplan, bei gemeinsamen Entscheidungen oder in den Kinderteams: Mitsprache bedeutet, unterschiedliche Interessen auszuhandeln und gemeinsam Lösungen zu finden.

Bei Moverz leben wir diese demokratischen Prozesse. In der großen Steuerungsgruppe beraten gewählte Delegierte der unterschiedlichen beteiligten Gruppen über den Plan für das kommende Jahr und entscheiden gemeinsam darüber. Zuvor können alle Beteiligten ihre Perspektiven und Anliegen einbringen.

Für uns bedeutet Beteiligung mehr, als mitreden zu dürfen: Wir wollen tatsächlich Einfluss nehmen und Entscheidungen mitgestalten.

Demokratie beginnt im Alltag

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Auch der Übergang aus der Kinder- und Jugendhilfe in ein selbstständiges Leben – Care Leaving – hat uns im Gespräch mit Martin Winkler beschäftigt.

Bei unserem Themenabend zu Übergängen im April haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus ihren Erfahrungen heraus wichtige Voraussetzungen benannt: verständliche und transparente Informationen, ausreichend Zeit, verlässliche Ansprechpersonen und Mitsprache.

In Oberösterreich fehlt weiterhin eine gesetzliche Verankerung für eine geregelte, weiterführende Unterstützung von Careleavern. Deshalb wollen wir die Erfahrungen junger Menschen weiterhin sichtbar machen und aufzeigen, was es für einen guten Start in das Leben eines jungen Erwachsenen braucht.

Viele Schritte in ein selbstständiges Leben

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Der Austausch mit Martin Winkler hat gezeigt, wie interessiert sich Jugendliche und junge Erwachsene mit politischen Entscheidungen auseinandersetzen. Sie waren gut vorbereitet, stellten kritische Fragen, hinterfragten Zusammenhänge und brachten ihre Perspektiven aktiv ein.

Gerade angesichts der angespannten finanziellen Situation des Landes wurde deutlich, wie wichtig es ist, politische Entscheidungen zu verstehen, mitzureden und die eigene Zukunft mitzugestalten.

Unser Fazit: Junge Menschen wollen mitreden und ernst genommen werden und haben vor allem auch das Recht dazu. Wir bleiben dran und freuen uns auf den nächsten Austausch mit Martin Winkler!

Spannende Diskussionen, großes Interesse. Gemeinsam dranbleiben.

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